Rush gelten als Wegbereiter des Progressive Rock und Hard Rock. Ihre klangliche Identität wird geprägt durch komplexe Taktarten, die markanten Vocals und das Bass-Spiel von Geddy Lee, die vielschichtigen Arrangements an der Gitarre von Alex Lifeson sowie die virtuose Rhythmusarbeit und die philosophischen Texte des langjährigen Schlagzeugers Neil Peart.
Die kanadische Band fand 1968 in Toronto zusammen und orientierte sich in ihrer frühen Phase am blueslastigen Hard Rock der späten 1960er Jahre. Der entscheidende Wendepunkt kam 1974, als Neil Peart zu den Gründungsmitgliedern stieß, das klassische Trio komplettierte und sowohl die musikalische Ausrichtung als auch die Texte in eine progressivere Richtung lenkte. Der kommerzielle und künstlerische Durchbruch gelang 1976 mit dem Konzeptalbum „2112", dessen zwanzigminütiger Titeltrack epische Science-Fiction-Erzählungen mit anspruchsvollen Songs verband und der Band die dauerhafte kreative Unabhängigkeit gegenüber ihrem Label sicherte.
Über mehr als vier Jahrzehnte füllt das Trio beständig große Arenen und Amphitheater rund um die Welt. Wer Rush Tickets kauft, erlebt eine Band, die ihren komplexen Studio-Sound ohne zusätzliche Musiker auf der Bühne reproduziert — eine Live-Reputation, die ihnen eine analytisch zuhörende, generationsübergreifende Fangemeinde gesichert hat und sie zu einer der meistverkauften Rockbands der Musikgeschichte gemacht hat.
Karriere-Meilensteine und Auszeichnungen von Rush
- 1974 Neil Peart tritt der Band bei und bildet mit Geddy Lee und Alex Lifeson das klassische Line-up.
- 1976 Veröffentlichung von „2112", das in Nordamerika Multi-Platin-Status erreicht und den internationalen Durchbruch markiert.
- 1981 Erscheinen von „Moving Pictures", dem kommerziell erfolgreichsten Album der Bandgeschichte, das den Übergang zu einem kompakteren, von Synthesizern geprägten Sound einleitet.
- 1994 Aufnahme in die Canadian Music Hall of Fame in Anerkennung des musikalischen Vermächtnisses für die nationale und internationale Musikszene.
- 2010 Erhalt eines Sterns auf dem Hollywood Walk of Fame.
- 2013 Aufnahme in die Rock and Roll Hall of Fame.
- 2015 Abschluss der „R40 Live Tour", die letzte gemeinsame Konzertreise mit Neil Peart vor seinem gesundheitsbedingten Rückzug.
Was dich bei einem Rush-Konzert erwartet
Rush Live-Auftritte stehen seit Jahrzehnten für das Format „An Evening with Rush", bei dem das Trio ohne Vorband aufwendige, rund dreistündige Shows spielt. Produktionstechnisch sind die Konzerte für massive Licht- und Videoinstallationen, sowie das ikonische, 360-Grad-rotierende Schlagzeug, das Neil Peart über Jahrzehnte bespielte.
Das Publikum besteht typischerweise aus hochkonzentrierten Fans, die die musikalische Präzision und die ausgedehnten Instrumentalpassagen mit der Hingabe eines klassischen Konzertpublikums feiern.
Die bekanntesten Songs von Rush
- Tom Sawyer (1981) Der Signature-Song der Band, der instrumentale Virtuosität mit massentauglicher Eingängigkeit vereint und weltweite Bekanntheit erlangt hat.
- The Spirit of Radio (1980) Ein wegweisender Track, der Progressive-Rock-Elemente mit Reggae-Einflüssen mischt und zu einem ihrer größten Radiohits wurde.
- 2112 Overture / The Temples of Syrinx (1976) Der Kern des epischen Durchbruchsalbums, der die klangliche und inhaltliche Blaupause für die progressive Hochphase der 1970er Jahre lieferte.
- YYZ (1981) Ein vielfach ausgezeichnetes Instrumentalstück, das auf dem Morsecode des Torontoer Flughafens basiert und die hohe technische Fingerfertigkeit aller drei Bandmitglieder demonstriert.
- Limelight (1981) Ein tiefgründiger Fan-Favorit, in dem sich Neil Peart als Lyriker thematisch mit den psychologischen Herausforderungen des plötzlichen Ruhms und dem Verlust der Privatsphäre auseinandersetzte.
Rush auf Tour
Die Touraktivität des Trios erstreckt sich über mehr als vier Jahrzehnte und hat Rush als feste Instanz im globalen Live-Geschäft etabliert. Typischerweise bespielt die Band Venues der obersten Größenordnung, darunter Hallen wie den Madison Square Garden in New York oder das Red Rocks Amphitheatre in Colorado, mit einem geografischen Schwerpunkt auf ausgedehnten Reiserouten durch die USA, Kanada und Europa.
- 2112 Tour (1976–1977) Die entscheidende Konzertreise, die Rush dauerhaft aus Clubs und Theatern in große Arenen brachte und ihren Ruf als Live-Performer festigte.
- Moving Pictures Tour (1981) Die kommerziell erfolgreichste Tour der Karriere, teilweise dokumentiert auf dem Live-Album „Exit… Stage Left".
- Vapor Trails Tour (2002) Die Rückkehr auf die großen Bühnen nach einer fünfjährigen, durch persönliche Schicksalsschläge bedingten Bandpause.
- Time Machine Tour (2010–2011) Eine weltweite Arena- und Stadiontour, bei der das Trio erstmals das gesamte „Moving Pictures"-Album in voller Länge aufführte.
- R40 Live Tour (2015) Die retrospektive Tournee zum 40-jährigen Bestehen, bei der Setlist und Bühnenbild in umgekehrter Reihenfolge bis zu den Anfängen der Band zurückgingen.
Rush Kollaborationen
Anders als viele andere Rockbands operieren Rush im Studio fast ausschließlich als isoliertes Trio und verzichten auf externe Songwriter; eine seltene Ausnahme bildete der Gastgesang von Aimee Mann auf dem Song „Time Stand Still".
Auf der Bühne erspielten sie sich in den 1970er Jahren ihren Ruf als Vorgruppe für Größen wie Kiss und Aerosmith oder im Rahmen gemeinsamer Termine mit Legenden wie The Who, ehe sie selbst Headliner-Status erreichten und ihrerseits Acts wie Primus oder Mr. Big in den großen Arenen vorstellten.
Ihr musikalisches Erbe ist umfangreich: Rush gelten als prägender Einfluss für eine ganze Generation namhafter Rock- und Metal-Bands, darunter Dream Theater, Metallica, The Smashing Pumpkins und die Foo Fighters.